Fußballfest in Oedelum vor über 1000 begeisterten Besuchern

Das 460-Seelen-Dorf Oedelum hat ein außergewöhnliches Fußballfest gefeiert. Anlässlich des 70-jährigen Bestehens des VfB Oedelum konnte die Frauenfußballelf des VfL Wolfsburg zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet werden.

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Die Weltklassespielerinnen aus der Volkswagenstadt, ihres Zeichens  amtierender deutscher Pokalsieger, Champions League-Gewinner und Deutscher Meister, kannten keinerlei Erbarmen mit der tapferen Auswahl "VfB Oedelum & Friends" und erzielten satte 31 Treffer. 0:31 (0:14) hieß am Ende eines unterhaltsamen Nachmittags auf dem phantastisch präparierten Rasen des Oedelumer Rottenstadions, auf einem grünen Teppich, der derzeit im Kreis Hildesheim seinesgleichen sucht.

Welttrainer Ralf Kellermann lobt: „Werbung für den Frauenfußball“

Zur FotogalerieEs war sehenswert, was die Spielerinnen des VfL Wolfsburg an spielerischer Frische, Ideen, Spielwitz, Einsatz und nicht zuletzt an Torhungrigkeit boten. Vor der imponierenden Kulisse von 1043 Zuschauern spielten sie mit dem Team aus Oedelum von der ersten bis zur letzten Minute Katz und Maus. Ihre Treffer erzielten sie fast im Minutentakt. „Das  Resultat ist aber vollkommen zweitrangig“, sagte nicht nur Ralf Kellermann, der sympathische Coach der Wölfinnen und „FIFA-Welttrainer des Jahres 2014“ nach der Begegnung. „Der VfB Oedelum hat eine tolle Veranstaltung organisiert, eine Werbung für den Frauenfußball. Und meine Mannschaft hat, wie ich es wollte, 90 Minuten richtig Gas gegeben.“ Trotz der 0:31-Packung war auch Maik Rohne, der 1. Vorsitzende des VfB Oedelum, zufrieden: „Wir haben mit unseren vielen Helfern einen würdigen Rahmen geschaffen. Unseren Zuschauern wurde ein echtes Schmankerl geboten.“

Beifall für die tapferen Torhüterinnen

Wie angekündigt durfte Oedelums verletzte Spielführerin Danielle Fricke, die sich vor einiger Zeit das Bein brach und leider nicht mitspielen konnte, wenigstens den Anstoß ausführen. Das Publikum spendete reichlich Applaus und sorgte so für etwas Trost.

Die sportliche Seite der Freundschaftspartie ist schnell erklärt. Wie einseitig das Spiel zwischen David und Goliath verlief, machten allein die Ballkontakte der Wolfsburger Torhüterin deutlich. Ganze viermal im gesamten Spielverlauf kam sie dazu, gegen das Leder treten zu dürfen. Zu halten hatten sie nichts, weil die Gastgeberinnen kaum einmal in die Nähe des Strafraums gelangten. Da erging es Charlotte Rodemann, der Torfrau des VfB Oedelum in der zweiten Halbzeit, anders. 17 Treffer musste die 16-Jährige hinnehmen, aber trotzdem sei das Spiel für sie „eine tolle Erfahrung“ gewesen, sagte sie. In der Tat konnte sie sich, wie auch Jaqueline Lange vom Regionalligisten TSV Limmer, die im ersten Durchgang zwischen den Pfosten stand, mehrfach auf der Linie auszeichnen und den verdienten Beifall der Kulisse kassieren.

VfB-Coach Michael Kupke: „Highlight trotz der 31 Gegentore“

Je eine Halbzeit absolvierten auch Nathalie Pöschel und Katharina Czisch, der der einzige Torschuss auf das VfL-Gehäuse gelang. „Es war imponierend, wie viel die Wolfsburgerinnen gelaufen sind und immer wieder miteinander geredet haben“, staunten die beiden. „Für uns alle war es wohl ein einmaliges Erlebnis“, waren sie sich einig. So bewertete auch Michael Kupke, der Coach der Auswahl - insgesamt setzte er 25 Spielerinnen ein – die Partie: „Wir haben hier trotz der 31 Gegentore ein Highlight erlebt, an das wir alle gern zurückdenken werden.“ Gleichzeitig bedankte er sich, dass er seine Mannschaft mit mehreren Fußballerinnen aus anderen Vereinen verstärken konnte.

In den Reihen des Champions-League-Gewinners tauchten mit Synne Jensen aus Norwegen, Tessa Wullaert, der 22 Jahre alten belgischen, 33-fachen  Nationalspielerin, und der 18-jährigen Ewa Pajor aus Polen neue Gesichter im Trikot der Wölfinnen auf. Das Trio soll die Offensivabteilung verstärken. Besonders den Namen von Tessa Wullaert musste Stadionsprecher und Moderator Olli Mau aus Hildesheim häufig nennen. Mit dem 0:31 erzielte die Torjägerin ihren neunten Treffer. Die Kreisligistinnen des VfB Oedelum und ihre Freundinnen waren stehend K.O. und mussten vom 0:26 bis zum 0:31 die letzten sechs Treffer im Minutentakt hinnehmen.  

wob magazin titelDas Stadionmagazin zum Spiel.

Autogramme und Fotos nach dem Abpfiff

Auffallend war, dass die Bundesligisten es stets sehr eilig hatten, den Ball schnell wieder aus dem Netz zu holen und höchstpersönlich zum Anstoßpunkt zu bringen. „Das wollte ich so“, erläuterte Welttrainer Kellermann. „Meine Spielerinnen sollten ständig in Bewegung sein und sich keine Pausen nehmen.“ Und so war es auch nicht verwunderlich, dass der DFB- Pokalsieger seinen „Opfern“ noch nicht einmal einen Ehrentreffer gönnte. Nach dem Schlusspfiff durch die ohne jeden Ärger leitende Schiedsrichterin Kim Lemke (DJK Blau-Weiß Hildesheim) gaben sich die bis dahin so torhungrigen Wölfinnen wieder zahm wie Lämmer, ließen sich fotografieren und schrieben Autogramme. Auch die Gastgeberinnen hatten sich schnell vom Schock ihrer epochalen 0:31-Niederlage erholt.

Karl-Heinz Gleitz, Geschäftsführer der Gleitz Verlages, wurde es zum Abschluss dieses außergewöhnlichen Fußballevents warm ums Herz. „In Oedelum habe ich meine ersten Fußballschuhe geschnürt“, erzählte er und fügte nicht ohne Stolz an, dass er zur Oedelumer Mannschaft gehörte, die 1986 den Kreispokal gewinnen konnte. Seit kurzem zählt der Gleitz Verlag zum Partner-Pool des VfL Wolfsburg.

Ein tolles Rahmenprogramm mit dem von den Autohäusern Tschesche präsentierten Robokeeper, Speed-Kick-Messanlage, Rewe-Glücksrad oder der Gutschein-Verlosung der Sparkasse Hildesheim für VfL Wolfsburg-Fanartikel rundete die Veranstaltung ab. Beim Avacon-Elfmeterduell ließ Ex-HSV- und Eintracht Braunschweig-Keeper Uwe Hain sein Können bei einer Parade gegen Bernd Rodemann (Feuerwehr) kurzzeitig aufblitzen. Bei den Schüssen von Otto Rehbock (Altjunggesellschaft), André Fricke (Junggesellschaft) und Kevin Hullin (VfB) musste er sich jedoch geschlagen geben. Jennifer Jasieniak (Altjunggesellinnen), Uwe Brosig (Schützenverein) scheiterten am Pfosten, während Angelina Bode (Junggesellinen) knapp vorbei schoss. Aufgrund der Avacon-Antrittsprämie von jeweils 100 Euro, die bei Torerfolg verdoppelt wurde, durften sich letztendlich alle Schützen als Gewinner fühlen.

VfB Oedelum & Friends: Jaqueline Lange, Katharina Warneboldt, Jasmin Krause, Mayleen Reckzeh, Eileen Brosig, Angelika Bode, Nathalie Pöschel, Morena Wieter, Laurin Lux, Tabea Schulze, Claudia Bremer, Charlotte Rodemann, Elisa Riedel, Chantal Selch, Carmen Fricke, Marie Watermann, Liesa Behrens, Sarah Raulfs, Katharina Zahn, Sandra Offen, Catarina Haberstroh, Katharina Czisch, Vanessa Landsberg, Lara Sieverling, Nadine Grube.

VfL Wolfsburg: Jana Burmeister, Zsanett Jakabfi (2), Paula Bößeling, Synne Jensen (3), Anna Blässe, Tessa Wullaert (9), Ewa Pajor (4), Stephanie Bunte (3), Verena Faißt, Isabel Kerschowski (2), Julia Simic (5), Laura Engler, Isabell Fischer, Franziska Knopp, Samantha Steuerwald (1).

Text: Wolf-Gerhard Kind / Fotos: Marion Dillmann und Clemens Heidrich

 

Die Veranstaltung wurde präsentiert von:
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Mit freundlicher Unterstützung von:
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Veranstalter:
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