Vom kleinen Familienbetrieb zum mittelständischen Unternehmen
Als junger Gastarbeiter aus der Türkei machte sich Ceyhun Kayki einst als Kfz Mechaniker mit einer kleinen Autowerkstatt in Alfeld selbstständig. Mittlerweile leiten seine beiden Söhne Hasan und Can das Familienunternehmen und es expandiert und ist am Wachsen.
„Mein Vater hatte eine kleine Autowerkstatt. Es gab kein Firmenschild oder ähnliches.“, erzählt Geschäftsführer Hasan Kayki vom Autoservice Kayki. Dies sieht mittlerweile ein wenig anders aus: Das Unternehmen ist selbstverständlich im Internet vertreten und auch auf den einschlägigen Socialmedia Plattformen zu finden. Ein Firmenschild und Logo gibt es natürlich auch. Den Grundstein zu all dem legte einst Ceyhun Kayki, mit seiner KFZ Werkstatt.
Viele Arbeiten rund ums Auto – unter anderem Reparaturen von Schäden, Defekten und Fehlern, Wartungsarbeiten, Reifenservice, TÜV – geschehen in der Herbert-Quandt-Straße in Hildesheim.
Seit einiger Zeit suchte die Familie nach einer Möglichkeit, das Portfolio der Firma zu erweitern und das Angebot auszubauen.
„Wie wollen wir künftig unser Unternehmen ausrichten und erweitern, zusätzliche Synergien schaffen und unseren Kunden noch mehr Leistungen aus einer Hand anbieten?“, fragten sich die Brüder Hasan und Can Kayki.
Gemeinsam prüften sie verschiedene Möglichkeiten, mit der Maßgabe, dabei dem Standort Hildesheim treu zu bleiben.
Anfang des Jahres ergab sich die Gelegenheit, beim Traditionsunternehmen Holldorb einzusteigen. Das Unternehmen bietet seit 1964 Arbeiten im Bereich Karosserie und Lack an. Die Leistungen umfassen Lackier- und Karosseriearbeiten sowie Kfz-Aufbereitung für Leasingrückläufer und TÜV-Abnahme.
Durch die Beteiligung erweitert sich das Leistungsspektrum von Autoservice Kayki insbesondere auf den Bereich der Lackiererei, was bisher in ihrem Stammunternehmen nicht vorhanden war.
Am Standort Himmelsthür konzentriert man sich somit vor allem auf die Beseitigung von Unfall- und Lackschäden.
Zudem hat sich durch Übernahme von Holldorb die Anzahl der Beschäftigten verdreifacht. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen rund 30 Mitarbeiter bei Holldorb und weitere 10 Mitarbeiter beim Autoservice Kayki.
Aus der einst kleinen Werkstatt hat sich somit über die Jahre eine leistungsstarke Unternehmensgruppe entwickelt. Heute beschäftigen Kayki Autoservice und Holldorb gemeinsam mehr als 40 Mitarbeiter und bieten Kunden ein umfassendes Leistungsspektrum rund ums Fahrzeug. Von Kfz-Service und Wartung über Karosserieinstandsetzung bis hin zu professionellen Lackierarbeiten können sämtliche Arbeiten aus einer Hand umgesetzt werden. Die Verbindung der drei Gewerke Mechanik, Karosserie und Lack schafft dabei kurze Wege, effiziente Abläufe und eine hohe Qualität in der Ausführung.
Die Mitarbeiter im neuen Zweig des Unternehmens bringen dabei eine Menge Erfahrung mit, was man sofort merkt, wenn man durch die Hallen von Holldorb geht – alles geschieht Hand in Hand, man zeigt sich motiviert und gut miteinander vernetzt.
Die Fahrzeuge durchlaufen dabei einen abgestimmten Produktionsprozess. „Für eine vollumfängliche Schadensinstandsetzung ist ein Zusammenspiel von allen Abteilungen notwendig.“, führt Can Kayki aus. In der Karosseriehalle werden dementsprechend beschädigte Teile ausgebaut und instandgesetzt, bevor sie dann in die Lackierhalle kommen, welche sich in einem anderen Gebäudekomplex befindet.
Im Bereich der Lackarbeiten ist Melanie Dorow ganz in ihrem Element, denn bei Holldorb hat sie einst den Beruf der Fahrzeuglackiererin gelernt und später dann ihre Meisterprüfung abgelegt.
2025 ist sie in ihren Lehrbetrieb zurückgekehrt. Zusammen mit Can Kayki teilt sie sich die Geschäfts- und Betriebsführung bei Holldorb. Der gelernte KFZ-Mechatroniker Can Kayki hat dabei die Karosserieabteilung unter sich, während die Lackiermeisterin Dorow für den Bereich des Lackierens zuständig ist.
Diese Tätigkeit ist für beide noch ganz neu, denn erst im Mai diesen Jahres wechselte die Geschäftsführung, während alle anderen Mitarbeiter geblieben sind, wobei einige schon seit über 20 Jahre dem Betrieb die Treue halten. Insgesamt erfolgt mittlerweile seit über 60 Jahren kompetente und erfahrene Arbeit im Bereich der Schadensinstandsetzung bei den Hildesheimern.
Die unerlässlichen Fachkenntnisse, die von großer Bedeutung in diesem Metier sind, werden ergänzt durch bestehende technische Möglichkeiten und Weiterentwicklungen.
Dementsprechend verfügt der Betrieb über zwei Farbspektrometer, die jede Farbe genau analysieren können und somit jeden Farbton genau treffen. „Damit können wir am Objekt die Farbe auslesen und jedes einzelne Pigment in der Zusammensetzung genau bestimmen und es selbst nachmischen.“, erklärt Melanie Dorow.
Nachdem die schadhaften Teile wieder frisch lackiert sind, erfolgt noch das Aufpolieren, bevor es zurück in die Karosserieabteilung geht, wo alles wieder ein- und zusammengebaut wird.
„Ganz zum Schluss erfolgt die Qualitätskontrolle. Qualitätsmanagement ist uns sehr wichtig. Zudem verlässt jedes Fahrzeug unsere Hallen nur gereinigt“, sagt Can Kayki. „Das ist eine Serviceleistung von uns.“
Die gute Arbeit, die hier geschieht, wissen auch die mehr als 30 Versicherungen zu schätzen, die Holldorb als ihre Partnerwerkstatt führen.
Insgesamt verlief der Einstieg von Familie Kayki bei Holldorb relativ geräusch- und problemlos.
„Ein Wechsel in der Betriebsführung geht allerdings auch nicht ganz ohne Reibungen von sich.“, räumt Geschäftsführer Hasan Kayki ein. „Reibungen sind aber letztendlich gesund und auch ein Stück weit gewünscht, wenn sie im Sinne des Unternehmens sind. Denn dadurch geht es nach vorne und Betrieb und Produktion können sich weiterentwickeln.“
Für die Zukunft setzt die Geschäftsführung auf die konsequente Weiterentwicklung von Service, Prozessen und Technologien. Ziel ist es, Abläufe für Kunden noch transparenter, effizienter und komfortabler zu gestalten. Digitale Lösungen, optimierte Arbeitsprozesse und moderne Technologien sollen dazu beitragen, die hohe Qualität der Leistungen weiter auszubauen. Auch der Einsatz neuer KI-gestützter Anwendungen wird aufmerksam verfolgt, um interne Prozesse zu unterstützen und das Kundenerlebnis nachhaltig zu verbessern.
Text und Fotos: Axel Steiner
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