Nachhaltige Waldbewirtschaftung
Nachhaltigkeit ist das oberste Gebot in der Waldbewirtschaftung, und das schon seit mehreren hundert Jahren. Diese Aussage machte der 1. Vorsitzende der Lahwaldinteressentenschaft Adenstedt, Hans-Wilhelm Rauls, anlässlich der jährlich stattfindenden Waldbegehung im Adenstedter Lahwald.
Unter Berücksichtigung des Standortes und der vorhandenen Baumarten wird der jährliche Holzzuwachs sowie der sich daraus zu tätigende Holzeinschlag ermittelt. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, dass nicht mehr Holz entnommen wird als zuwächst. Die Kunst des Försters und der Waldbesitzer bei der Waldbewirtschaftung liegt also darin, den jährlichen Holzzuwachs richtig zu steuern. Dieses geschieht in der Form, das gut gewachsene und vitale Bäume, sogenannte Zukunftsbäume, durch gezielte Eingriffe bei der Durchforstung freigestellt werden, damit sie eine große Krone bilden und dadurch ihr genetisches Potential optimal ausschöpfen können.
An verschiedenen Waldbildern wurde dann dieses Vorgehen demonstriert. Im Gegensatz zu früher, als oftmals ein Kahlschlag gemacht wurde, wird heute auf die Naturverjüngung gesetzt, bei der junge Bäume unter der schützenden Krone der Altbäume heranwachsen. Dieses ist z. B. unter anderem ein Krankheitskriterium des Paneuropäischen Forstzertifizierungssiegels (PEFC), nach dem der Adenstedter Lahwald zertifiziert ist.
Eine Fläche, die vor 5 Jahren mit Eichen und Kirschen aufgeforstet wurde, wurde in Augenschein genommen. Die angepflanzten Bäume haben sich trotz der umfangreichen „Begleitflora“ gut entwickelt.
Bei dem Rundgang wurden auch kritische Punkte angesprochen, die den Lahwaldinteressenten Kummer bereiten. So ist dieses die zunehmende wilde Müllentsorgung im Wald. Aber auch neue Baumkrankheiten bereiten Probleme. Beim Eschentriebsterben verlichten erst die Kronen und dann stirbt der ganze Baum langsam ab. Bis heute gibt es hierfür noch kein Gegenmittel.
Aktuell bereitet den Lahwaldinteressenten Trockenschäden an alten, über 100 Jahre alten Buchen große Sorgen. Durch die letzten niederschlagsarmen Jahre ist der Grundwasserstand gesunken, so dass die Wurzeln nicht mehr genügend Wasser aufnehmen können und dadurch die Buchen vertrocknen. Die zuständige Betreuungsförsterin Sarah Winter-Köhler musste deshalb mehr Stämme zum Fällen auszeichnen, als ursprünglich eingeplant war. Erschwerend kommt hinzu, dass sich qualitätsbedingt nur noch wenige Stämme als Nutzholz verkaufen lassen und sich nur unter Preiszugeständnissen als Brennholz vermarkten lassen. Als Folge der Hitze und Niederschlagsdefizite in den letzten Jahren kam es auch vermehrt zum Auftreten der Rußrindenkrankheit beim Ahorn. Gegen diese pilzliche gibt es aktuell kein Gegenmittel. Erste Bäume, an denen sich der Eichenprozessionsspinner festgesetzt hat, wurden auch schon im Wald entdeckt. Sollte der Befall zunehmen, werden Hinweisschilder aufgestellt.
Als Höhepunkt des Rundgangs wurde eine neue Ruhebank am Hauptweg aufgestellt und eingeweiht, die von dem örtlichen Holzhandwerker Andreas Bertram gebaut wurde. Hierauf sollen sich Spaziergänger und Naturliebhaber bei längeren Spaziergängen ausruhen. „Bleibt zu hoffen, dass diese Bänke nicht zweckentfremdet werden und sich viele Menschen an ihnen erfreuen können“, meinte Hans-Wilhelm Rauls. Die Teilnehmer versammelten sich um die Bank zu einem Gruppenfoto und zu einem Foto mit den Vorstandsmitgliedern und der Rechnungsführerin.
Bei gutem Sommerwetter unter dem schützenden Blätterdach des Waldes die Natur bei einem Spaziergang zu erleben, ist sicherlich immer ein tolles Erlebnis. Zum Abschied stärkten sich die Teilnehmer noch bei einem Mittagessen im Sportheim.
Der Vorstand der Lahwaldinteressentenschaft Adenstedt
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Zum Vormerken: Performance „HEISSES EISEN“ auf dem Hüttengelände


