Skip to main content

Eine Ente als Freiheitssymbol, Lebensart und Wegbegleiter

Noch muss Emma (14) auf den Beifahrersitz, denn am Lenkrad des Kultautos sitzt Vater Sven Frey.
Noch muss Emma (14) auf den Beifahrersitz, denn am Lenkrad des Kultautos sitzt Vater Sven Frey.

Sven und Beate Frey haben mit ihrer vierzig Jahre alten ‚Ente‘ 2011 geheiratet und später ihre Tochter Emma zur Taufe gefahren. Noch als Lehramtsstudent kaufte Sven Frey seinen 2CV, Baujahr 1987, für 500 Euro, der ihm schon gut bekannt war, denn bereits seine Eltern fuhren Citroens lange als Zweitwagen. Jetzt wird er nur noch behutsam in der Region gefahren, zum Unterricht in die Oberschule nach Schwülper oder Tochter Emma in Hildesheim von der Schule abgeholt. 

So drei- bis viertausend Kilometer kommen da jährlich zusammen schätzt Frey, denn die Anzeige hat einen Kurzschluss. „Aber der Tacho zeigt in der Regel sportliche 100 kmh an“, schmunzelt er. Es ist ein Sommerwagen mit Saisonkennzeichen vom 1. März bis 31. Oktober und erstaunlich, nach fünf Monaten ‚Winterschlaf‘ springt er, mit einigen Startversuchen, durchaus freudig an.

„Alles noch Original, nur die Polster hat meine Mutter mal neu genäht“, freut sich Frey und außer Batterien und Bremsbeläge gab es kaum Verschleiß, außer natürlich, wie fast immer bei Citroen, der Ölverbrauch. „Man muss fast öfter den Ölstand messen, als die Tankanzeige beachten, schmunzelt er.

Ein Kultauto ohne großen Komfort, für Fahrer der besonderen Lebensart. Klimaanlage kam durchs Klappfenster und Nackenstützen oder Sicherheitsgurte waren damals noch Fremdworte, aber es hatte eine legendäre Federung, die sich besonders in dramatischen Kurvenlagen zeigte. Der Citroën 2CV, hat einen luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor mit 602 cm³ Hubraum und 29 PS (21 kW), ist technisch anspruchslos und im Verbrauch sparsam. Sollte er mal nicht anspringen, was durchaus vorkam, gab es eine Kurbel, die an der Front ins Schwungrad gesteckt und mit viel Muskelkraft gestartet wurde. Ganz typisch auch die ‚Revolver-4Gang-Schaltung‘ im Armaturenbrett und natürlich ein aufrollbares Textildach, das aus dem Minimalisten ein ‚Luxus-Cabrio‘ machte. Ganze Studentengenerationen bereisten damit Europa und schraubten (und fluchten) an den Wochenenden am zickigen Franzosen, der trotzdem so viel Freude bereitete und davon kann Sven Frey einige Geschichten erzählen.

Unvergessliche Erinnerungen haben Sven und Beate Frey mit ihrem 2CV, der ‚Ente‘, hier an ihrem Hochzeitstag.
Unvergessliche Erinnerungen haben Sven und Beate Frey mit ihrem 2CV, der ‚Ente‘, hier an ihrem Hochzeitstag.

Eine lustige Anekdote: er wurde in den 90ern in Braunschweig aus einem zivilen Fahrzeug heraus geblitzt. Da dies in einer 30er-Zone war, stoppte Frey schuldbewusst und ging zum Blitzerauto, um sich zu erklären, doch da hörte er schon herzhaftes, jubelndes Lachen, denn die Polizisten hatten einen stationsinternen Wettbewerb gewonnen, wer die erste Ente blitzt. Bei gefahrenen 40 kmh hielt sich die Verwarnung in Grenzen und wurde sofort in bar entrichtet. 

Noch ne‘ kleine Geschichte: am Woltwiescher Friedhof brachen vom Zündschlüssel einige Zacken ab. Anruf bei der Enten-Werkstatt DAX-Corner in Braunschweig. Der Tipp: mit einem Schraubendreher kräftig ins Zündschloss stoßen, starten und fahren. Das Schloss musste danach allerdings ersetzt werden. Auch bei seinen Schülern ist Frey‘s Ente der Hit, aber Tochter Emma wartet schon sehnsüchtig auf den 18. Geburtstag und ihren Führerschein, damit die rote Ente dann bei ihr weiterlebt.

Text und Fotos: Michael Kramer

Mehr News

Noch muss Emma (14) auf den Beifahrersitz, denn am Lenkrad des Kultautos sitzt Vater Sven Frey.
Lengede
Sven und Beate Frey haben mit ihrer vierzig Jahre alten ‚Ente‘ 2011 geheiratet und später ihre Tochter Emma zur Taufe gefahren. Noch als Lehramtsstudent kaufte Sven Frey seinen 2CV, Baujahr 1987, für 500 Euro, der ihm schon gut bekannt war, denn bereits seine Eltern fuhren Citroens lange als Zweitw…
Ein besonderes Jahr für die Woltwiescher Dorfgemeinschaft.
Lengede
Für die Woltwiescher Dorfgemeinschaft ist 2026 ein besonderes Jahr: Erstmals seit 2018 wird wieder ein Volksfest in der früheren, traditionellen Form durchgeführt. Möglich macht dies vor allem viel ehrenamtliches Engagement.
Die Kinder- und Jugendwehr sowie den Betreuern (rechts) der Barbecker Wehr, mit dem neuen Mannschaftswagen und vor dem sanierten, erweiterten Gerätehaus.
Lengede
Es gibt doch nichts Schöneres als fröhliches, lautes Kindergeschrei, tobende Kinder und strahlenden Sonnenschein. Dazu braucht es Betreuer die gute Nerven, klare Ansagen und kräftige Stimmen haben. Das alles kommt bei Antonia Schütte und Vincent Lickfett als Kinderfeuerwehrwarte sowie Phil Heipke a…