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30 Jahre Solidarität mit Tibet

Ehrenurkunde für die Gemeinde Söhlde als Dank für langjähriges Hissen der Tibet-Flagge.
Ehrenurkunde für die Gemeinde Söhlde als Dank für langjähriges Hissen der Tibet-Flagge.

Vor 30 Jahren, genau am 10. März 1996, beteiligten sich in Deutschland 21 Kommunen, darunter Hildesheim und Hannover, zum ersten Mal an der weltweiten Kampagne „Flagge zeigen für Tibet“. Sie hissten die Tibet-Flagge auf oder vor ihren Rathäusern als sichtbares Zeichen ihrer Solidarität mit Tibet, und von Jahr zu Jahr beteiligten sich mehr Gemeinden daran. Von Beginn an wird in Deutschland diese Kampagne von der Tibet Initiative Deutschland (TID) organisiert.

Nicht von Anfang an, sehr lange aber schon ist auch die Gemeinde Söhlde mit dabei. Soweit sich recherchieren ließ, wurde die Tibet-Flagge bereits 2005 gehisst, nachdem Reiner Bender im Herbst 2004 das Amt des Bürgermeisters angetreten hatte. Alexander Huszar, der ihm 2014 folgte, ließ ebenfalls weiterhin jedes Jahr die Tibet-Flagge vor dem Rathaus hissen. Seit 2021 ist nun René Marienfeldt Bürgermeister der Gemeinde, und auch er zeigt „Flagge für Tibet“.


Warum am 10. März? Im März 1959 kam es zu Aufständen der Tibeter in Lhasa, der Hauptstadt Tibets, das 1949/1950 von der gerade gegründeten Volksrepublik China besetzt wurde. Am 10. März 1959 versammelten sich rund 30.000 Tibeter friedlich am Norbulingka, der Sommerresidenz des Dalai Lama. Damit wollten sie verhindern, dass dieser einer Einladung zu einer Theatervorstellung in dem chinesischen Militärlager folgte, weil sie aus gutem Grund um sein Leben fürchteten. In den folgenden Tagen kam es zu weiteren Protesten, dann auch zu Forderungen nach einem Ende der chinesischen Besatzung, und erster Gewalt von chinesischer Seite. Schließlich floh der Dalai Lama, als Soldat verkleidet, am späten Abend des 17. März mit der Hilfe von Khampas (Tibetern aus der Provinz Kham) aus Lhasa. Am 31. März erreichte er Indien, wo er seitdem im Exil lebt, nun schon lange in Dharamshala. Am 21. März begann das chinesische Militär, wahllos auf die immer noch am Norbulingka ausharrenden Tibeter zu schießen; in den folgenden Monaten tötete es Tausende von Tibetern. 

Tibet Flagge vorm Rathaus.
Tibet Flagge vorm Rathaus.

Tibet hat der Dalai Lama, der in diesem Juli 91 Jahre alt geworden ist, nie wieder betreten, denn bis heute ist das Land von China besetzt. Völkerrechtswidrig, wie längst von Juristen bestätigt wurde. Der 10. März ist inzwischen ein wichtiger Gedenktag für die Tibeter. 

In diesem Jahr wurde nun zum 30. Mal mit dem Hissen der Tibet-Flagge an das Schicksal Tibets erinnert und Solidarität mit dem tibetischen Volk gezeigt. Mehr als 400 Kommunen beteiligten sich diesmal daran – viele von ihnen seit mehr als zehn oder gar zwanzig Jahren und etliche von ihnen auch trotz der an sie gerichteten „mahnenden“ Briefe aus der Botschaft in Berlin und den Konsulaten der VR China. Für die Beharrlichkeit und Standfestigkeit der Bürgermeister und Oberbürgermeister und ihrer Städte und Gemeinden dankt die Tibet Initiative Deutschland ganz herzlich.

Am 7. August überreichten Iris Lehmann und Marianne Depuhl von der TID-Regionalgruppe Hannover/Hildesheim Herrn Marienfeldt für die Gemeinde eine Ehrenurkunde als Dank für die langjährige Teilnahme an dieser Kampagne. Selbstverständlich soll auch im nächsten Jahr die Tibet-Flagge wieder am 10. März vor dem Söhlder Rathaus wehen, versicherte der Bürgermeister.

Iris Lehmann

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