Wendeburger Wanderfreunde hoch über dem Sösetal
Am letzten Maitag starteten die Wendeburger Wanderfreunde zu einer anspruchsvollen Rundtour auf die 811 m hoch liegende Hanskühnenburg. Der Wetterbericht hatte nichts Gutes für diesen Tag vorhergesagt, und auch die Berggaststätte hatte ausnahmsweise an dem Wochenende geschlossen. Trotzdem starteten einige Unentwegte vom kleinen Parkplatz im Sösetal, am Ortseingang von Kamschlacken.
Auf dem breiten Wanderweg zog die Gruppe stetig bergan, und die Aussicht auf den engen Talboden und die ferne Sösetalsperre zeigte den Gewinn an Höhe. Und so war bereits nach einer guten halben Stunde die erste Stempelstelle der Harzer Wandernadel, der Eleonorenblick, erreicht. Eine Verschnaufpause wurde gerne angenommen, denn der Weg führte immer weiter hoch.
Am Auerhahnplatz stießen die Wendeburger auf den Reitstieg, der von Stieglitzeck zur Hanskühnenburg verläuft. Auf dem Acker, so wird der Höhenrücken genannt, ging es ein ganzes Stück eben bis zum Berghaus. 650 Höhenmeter waren geschafft, und in einer kuscheligen, überdachten Sitzgruppe wurde eine wohlverdiente Mittagspause eingelegt. Der Name Hanskühnenburg mit der gleichnamigen Felsgruppe stammt vermutlich von einem im 17. Jahrhundert lebenden Teilhaber an der Eisenhütte in Lonau ab. Goethe besuchte die Felsen bei seiner 3. Harzreise 1784.
Auf dem Acker ging es auf einem Trampelpfad – nasser Weg genannt – nach Süden, in Richtung Osterode weiter. Ein Geisterwald mit abgestorbenen, jungen Fichten wurde durchschritten und verärgerte die Wanderer. Aber der Wald im Nationalpark erneuert sich und man sah bereits kleine Birken, Vogelbeerbüsche, Brombeeren und andere grüne Gewächse. Ab und zu öffnete sich der Wald zu einer weiten Aussicht. Bergab ging es zur nächsten Stempelstelle, der Schindelkopfköte.
Finstere Wolken im Südwesten mahnten zum Aufbruch, aber jetzt ging es erst einmal nur noch bergab, bis die Vorsperre der Sösetalsperre erreicht war. Seit drei Jahren ist hier eine Baustelle und die breite Asphaltstraße nach Osterode ist gesperrt. Das hatte den Vorteil, dass dort keine Autos fuhren und die Wendeburger auf ganzer Straßenbreite die letzten der 22 km zügig auf dem Asphalt voran kamen. In Riefensbeek lud das Landhaus Meyer zum gemütlichen Abschluss ein. Bei selbstgebackenen, leckeren Torten oder deftiger Leberknödelsuppe waren die Strapazen bald vergessen.
Über Altenau und das romantische Okertal ging es zurück nach Wendeburg. Die Juni-Wanderung führte die Wendeburger in das Gebiet von Königshütte und Trautenstein.
Winfried Rasp, Schriftführer MGV Zweidorf
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