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Drei Tage Tradition, Gemeinschaft und Ehrenamt

Drei Tage lang stand das beschauliche Sillium ganz im Zeichen eines außergewöhnlichen Meilensteins: Die Freiwillige Feuerwehr des Ortes feierte am Wochenende im August ihr 135-jähriges Bestehen.

Vom 28. bis zum 30. August verwandelte sich ein großes Feld vor den Toren des Ortes in einen großen Festplatz für die gesamte Region. Hunderte Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, Abordnungen zahlreicher Vereine, Familien, Freunde und Festgäste folgten der Einladung, um den 135. Geburtstag der örtlichen Wehr gebührend zu feiern. Als besondere Gäste nahmen Kameraden von der Partnerwehr aus Rottleberode in Sachsen-Anhalt und eine große Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Schuld/Ahr aus dem Ahrtal in Rheinland-Pfalz an den dreitätigen Feierlichkeiten teil. Vorbereitet und geplant wurde das Jubiläumsfest vom 12-köpfigen Festausschuss der Feuerwehr Sillium, der bereits seit dem Sommer 2025 regelmäßig getagt und das Festwochenende seitdem aktiv geplant und gestaltet hatte. 

Tag 1: Würdevoller Auftakt und bewegender Kommersabend

Der Startschuss für die dreitägigen Feierlichkeiten fiel am Freitagnachmittag um 17 Uhr mit einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst in der gut gefüllten Silliumer Kirche St. Matthäus. In einer stimmungsvollen gemeinsamen Andacht von Pastorin Judith Montowski und Pfarrer Stefan Lampe wurden die Werte des feuerwehrtechnischen Ehrenamts – Hilfsbereitschaft, Mut und Nächstenliebe, so wie der unschätzbare Wert für die gelebte Dorfgemeinschaft – besonders hervorgehoben. Pfarrer Lampe verglich den Ort Sillium mit einer kleinen heilen Welt im Stil von Don Camillo und Peppone, bevor Pastorin Montowski zu einem Fürbittengebet durch die Feuerwehrkameraden aufrief. Direkt im Anschluss versammelten sich die Kameradinnen und Kameraden sowie die restlichen Gottesdienstbesucher wetterbedingt vor dem Altar zur traditionellen Kranzniederlegung. Das stille Gedenken an die verstorbenen Mitglieder der Feuerwehr bildete einen ergreifenden Moment des Respekts und der Dankbarkeit für das Erbe, auf dem die heutige Wehr aufbaut.

Ab 19.30 Uhr verlagerte sich das Geschehen in das voll besetzte Festzelt zum großen Kommersabend. Ortsbrandmeis­ter und Festausschuss durften zahlreiche Ehrengäste aus Politik, kommunaler Verwaltung, Kirche und den übergeordneten Feuerwehrorganisationen begrüßen, unter ihnen Gemeindebürgermeister Falk-Olaf Hoppe, Landrat Bernd Lynack, Brandabschnittsleiter Ost Matthias Bellgardt und Kreisbrandmeister Mathias Mörke, sowie Brandabschnittsleiter a.D. und ehemaliger Ortsbrandmeister Wolfgang Gehlen.  

In den Festreden wurde stets betont, wie unverzichtbar die Freiwillige Feuerwehr nicht nur für den technischen Brandschutz, sondern auch als kultureller Anker im gemeinsamen Dorfleben ist.

Neben Rückblicken auf vergangene Jahrzehnte, historische Einsätze und die Entwicklung von der einfachen Handdruckspritze zum modernen Fuhrpark und einem modernen Feuerwehrgerätehaus standen verdiente Ehrungen und Beförderungen im Mittelpunkt. Nachdem viele verdiente Mitglieder für ihren langjährigen Einsatz für die Gemeinschaft geehrt und befördert worden waren, richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Ehrendamen. In einem festlichen Akt wurden sie für die Dauer der Festtage offiziell vereidigt. Mit der anschließenden Überreichung ihrer Schärpen traten sie feierlich ihr Ehrenamt an. 
Um 21.30 Uhr übernahm schließlich DJ Volker das Zepter und sorgte mit einem vielseitigen Musikmix für einen stimmungsvollen Auftakt in die erste lange Festnacht.

Tag 2: Ein Dorf in Feierlaune: Kinderfest, Festumzug und Partynacht

Der Samstag widmete sich ganz den Familien und dem Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. Bereits um 11 Uhr öffneten die Tore für das abwechslungsreiche Kinderfest. Zwei Stunden lang verwandelte sich das Festzelt in ein Spieleparadies.
Die Kinder zeigten große Begeisterung, und der Feuerwehrnachwuchs nutzte die Gelegenheit, spielerisch Interesse für das Ehrenamt zu wecken. Der unbestrittene Höhepunkt des gesamten Jubiläums kündigte sich am Nachmittag an. Ab 14 Uhr trafen nach und nach die Gastwehren und befreundeten Vereine auf dem Festgelände ein. Um Punkt 15 Uhr setzte sich der große Festumzug mit über 40 Feuerwehren und Vereinen durch die Straßen Silliums in Bewegung.

Unter den Blicken zahlreicher Schaulustiger, die die Gehwege säumten, bot sich ein farbenfrohes Bild: Abordnungen vieler Feuerwehren in ihren blauen Uniformen, Jugendfeuerwehren, Blaskapellen, und fröhliche Fußgruppen befreundeter Vereine, unter anderem der Schützengilde Grasdorf und dem Sportverein Rot-Weiß Wohldenberg, schlängelten sich durch den Ort.
Auf dem gut gefüllten Kirchplatz wurde für Reden von geladenen Honoratioren, u.a. der Bundestagsabgeordneten Daniela Rump, und die Nationalhymne Halt gemacht. Kraftvoll unterstützt wurde das Geschehen auf und um den Platz vom „Freundeskreis Hainbergstraße“. 

Am Abend zeigte sich das Festzelt erneut von seiner besten Seite. Ab 19 Uhr heizte DJ Volker wie am Vorabend den Gästen mächtig ein. Mit Klassikern, Partyhits und aktuellen Charts verwandelte er das Zelt bis tief in die Nacht in eine ausgelassene Tanzfläche, auf der Alt und Jung gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden feierten.

Tag 3: Zünftiger Frühschoppen, Prämierung und ein buntes Finale

Der Sonntag begann für das Dorf nach alter Tradition ungewohnt früh: Bereits um 7.30 Uhr morgens zog der Spielmannszug zum Wecken durch die Straßen und rüttelte auch die letzten Feiernden aus den Federn. Ab 10 Uhr strömten die Besucher erneut in das Festzelt, das sich rasch zum beliebten Bayerischen Frühstück füllte. Für die passende musikalische Kulisse sorgte die Band Sepplpunk. Mit einer mitreißenden Mischung aus zünftiger Blasmusik, bayrischen Schmankerln und modernen Arrangements brachte die Gruppe das Festzelt im Handumdrehen in beste Stimmung.

Ein besonderer Höhepunkt des Vormittags war die Auszeichnung des Dorfwettbewerbs „Sillium schmückt sich“. Im Vorfeld des Jubiläums waren alle Einwohnerinnen und Einwohner aufgerufen worden, ihre Häuser, Zäune und Vorgärten festlich zu dekorieren, ein Aufruf, dem die Silliumer nur allzu gern Folge leisteten. Besonders entlang der Umzugsroute bot sich den Gäs­ten am Samstag ein eindrucksvolles Bild aus geschmücktem Festgrün, Fahnen, Wimpelketten, Feuerwehrfiguren, Einsatzkleidung und allerhand Material aus Feuerwehrtechnik und Gefahrenabwehr. Die zweiköpfige Jury hatte es nicht leicht, doch während des Frühschoppens wurden schließlich die drei schönsten Grundstücke unter großem Jubel der Anwesenden prämiert und mit Sachpreisen geehrt. Daneben wurden alle weiteren Teilnehmer als Trostpreis mit einer 135-Jahre-Jubiläumstasse prämiert. 

Den Abschluss des Festes aus Sicht der Feuerwehr bildete im Anschluss die Übergabe des Geschenks der Silliumer Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Holle-Sillium. Als Schlusspunkt wurde daran erinnert, dass Jugendfeuerwehr und Feuerwehr im Allgemeinen nicht nur Technik, Wettkämpfe, Zeltlager oder Einsätze sind, sondern vor allem aus zwei Versprechen besteht – dem gegebenen Versprechen sich immer in den Dienst für die Gemeinschaft zu stellen und dem dafür bekommenen Versprechen, dass Feuerwehr für ihre Mitglieder eine große Familie von Brüdern und Schwestern ist, die immer auch füreinander einstehen, komme was wolle. 

Ab 12 Uhr ging das Jubiläum nahtlos in einen ausgedehnten Familientag über. Dank vergüns­tigter Fahrpreise an den Fahrgeschäften und Buden auf dem Festplatz nutzten noch einmal viele Familien die Gelegenheit für einen gemeinsamen Ausflug. Daneben nutzten auch die Silliumer Feuerwehrleute und die Jugendlichen noch einmal die Chance für viele ausgiebige Fahrten mit dem Autoscooter. Am Vorabend hatten auch Gemeindebürgermeister Hoppe und Pfarrer Lampe eine gemeinsame wilde Fahrt im Autoscooter ganz im eingangs erwähnten Stil von Don Camillo und Peppone gewagt. Bis zum späten Nachmittag klang das Festwochenende in entspannter Atmosphäre aus.

Zum Abschluss zieht die Feuerwehr Sillium ein durchweg positives Fazit und richtet ihren ausdrücklichen Dank an den Festausschuss sowie an sämtliche Unterstützer, Helfer, Teilnehmer und Gäste, die durch ihr Engagement und ihr Kommen zum Gelingen dieser rundum gelungenen Festveranstaltung beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt zudem den angereisten Brandschützern, allen voran den weit angereisten Abordnungen der befreundeten Feuerwehren aus Rottleberode sowie aus dem von der Hochwasserkatastrophe geprägten Schuld an der Ahr, deren Besuch die enge Kameradschaft über regionale Grenzen hinweg eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Die Freiwillige Feuerwehr Sillium kann auf ein rundum gelungenes, friedliches und perfekt organisiertes Jubiläum zurückblicken. Das Fest hat einmal mehr gezeigt, wie stark der Zusammenhalt im Ort und darüber hinaus ist – eine beste Grundlage für die nächsten 135 Jahre Feuerwehrgeschichte.

Marco Kunze   

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